Der junge Hergé (4) - abgenabelt


Der blaue Lotus

Mit dem nächsten Abenteuer - Der blaue Lotus - tritt eine entscheidende Wende im Leben Als die Ankündigung erfolgt, daß Tim als nächstes nach Shanghai reisen wird, erhält Hergé von der chinesischen Studentenvereinigung der Akademie der schönen Künste - Leuven (Belgien) ein Schreiben, in dem er inständig gebeten wird, sich zuvor eingehend über das Land und die Leute zu informieren.

Der junge TchangDer ältere Tchang
So erhält er 1935 Kontakt zu dem Studenten Tchang Tchong Jen, über den Hergé später sagte :

"Er war mein Freund und lehrte mich eine neue Denkweise.Er zeigte mir, daß es nicht nur eine westliche Kultur gibt."

Vorurteile

So spiegelt das Abenteuer selbstverständlich die langen Gespräche
miteinander deutlich wieder. In einer Szene schildert Tim dem jungen
Chinesen Tchang das Bild, das man in Europa von den Chinesen hat.
Dieser kann darüber nur lachen.

Hergé drückt hiermit die Lächerlichkeit der Vorurteile aus und zeigt
erstmals seine antirassistische Haltung; ein Aufruf gegen Fremdenhaß.

Hergé nabelt sich in diesem Prozeß von den bisherigen Einflüssen
ab und wird in seinen Geschichten erheblich tiefgründiger.
Das Album handelt neben dem angesprochenen Antirassismus
vom Kampf gegen Rauschgift und vom Krieg Chinas gegen Japan.

Seinen Freund Tchang, den er durch die Recherchen zu diesem bedeutenden Album
findet, sieht er erst im Frühjahr 1981 wieder.

 


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