Text angelehnt an die Werkausgabe HERGÉ, Calsen Verlag - Copyright Hergé / Moulinsart 1999

 Stups und Steppke Quick et Flupke - gamins de Bruxelles

Im Januar 1930 wurde der Umfang des Magazins Le Petit Vingtième
von 8 auf 16 Seiten ausgebaut obwohl sich die junge Leserschaft, mehr aus der Feder Hergés wünschte. Diesem Umstand verdanken Stups und Steppke ihre Geburt. Zum Teil eine Wiedergeburt der Kindheit des Zeichners in den zerstörten Straßen Brüssels.
Nachdem die Kurzabenteuer bis 1935 wöchentlich erschienen, wurden ihre Auftritte - insgesamt über 300 Streiche - bis 1940 unregelmäßig.

Unter welchem Aspekt man die Serie immer betrachtet - sie ist das Gegenteil zu Tim und Struppi. Hergé scheint alles unterzubringen, was nicht zu Tim und in seine Abenteuer paßt.

So handelt es sich nicht um ausgeklügelte Spannungsbögen, sondern um einfache (wenn auch oft tiefsinnige) Gags, die auch nicht an exotischen Schauplätzen sondern in den Straßen der Brüsseler Altstadt Marolles spielen.
Während Tim stehts bemüht ist, alles wieder ins rechte Lot zu rücken, sind die beiden Helden selbst die Unruhestifter.

Man neigt leicht dazu diese Serie zu unterschätzen; bemerkenswert ist aber das immer wiederkehrende Infragestellen von Autoritäten und der nahezu politische Anarchismus, dessen Opfer oft Hitler und Mussolini waren.

Die Ironie und Respektlosigkeit von Stups und Steppke macht auch nicht vor Hergé selbst halt: beispielsweise verprügelt Stups den Zeichner in seinem Atelier, nachdem dieser ihn bei einer Ski-Abfahrt vor den Rahmen des Comics sausen ließ.
An anderer Stelle radieren die Beiden Dinge weg, die sie im Bild stören.

Über das Ende der Serie sagte Hergé: " Ich mußte die beiden loslassen, weil sie zu viel meiner Zeit in Anspruch nahmen und Tim mir einfach mehr bedeutete. "

 


Herr Mops - Dropsy - M.Bellum - Stups u. Steppke - Totor - Jo, Jette u Jocko - Popol u. Virginia